Wir haben für die Stadtbewohner einen belebenden botanischen Cocktail gemischt. An sonnigen Tagen kann man im Liegestuhl den Blick auf den Fluss genießen oder mit einem Buch im angenehmen Schatten sitzen, morgens vor der Arbeit durch den Wald spazieren und das kleine Leben von Gräsern, Blüten und Vögeln beobachten. All diese einfachen Freuden liegen direkt vor der Haustür.
„Taloni“ besitzt eine klar gegliederte Bebauungsstruktur. Das gesamte Grundstück ist in sechs gleich große Quadranten für sechs Wohnblöcke unterteilt. Jeder Block besteht aus zwei mehrgeschossigen Gebäudeteilen auf einem gemeinsamen Sockelbau. Unsere Aufgabe bestand darin, die räumliche Isolation zu überwinden, innere Verbindungen zu schaffen und die Freiraumgestaltung auf zwei Ebenen zu entwickeln: begrünte Spazierbereiche am Boden und Lounges auf den Dächern.
Dafür entwickelten wir ein ästhetisches Orientierungskonzept. In einem Quartier mit nahezu identischen Häusern kann es für Kinder ebenso wie für zu Besuch kommende Großeltern und Freunde schwierig sein, den richtigen Gebäudeblock zu erkennen. Deshalb schlugen wir für jeden Block einen individuell gemischten Hain vor, in dem jeweils eine bestimmte Baumart dominiert. So wird die Orientierung einfacher und der Spaziergang abwechslungsreicher – vom Ahornhain zum Birkenhain und weiter zum Fliederhain.
Bei Quartiersentwicklungen betrachten wir die Landschaft sowohl aus der Perspektive des Innenhofs als auch aus den oberen Geschossen. Die natürlichen Pflanzungen mit unterschiedlichen Farbtönen und Dichten werden von oben wie grüne Buchten und fließende Flüsse wirken. Gleichzeitig greifen wir am Boden geometrische Elemente der Fassaden auf und wiederholen sie in Pflastermustern, Bänken und Leuchten. Sie bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den wolkenartigen Formen über dem Boden: Baumkronen, Vordächern der Eingangsbereiche sowie den Dächern von Pergolen und Schaukeln.
Eine zweite Ebene der Freiraumgestaltung ist für die Bewohner immer ein Gewinn. Rund um die Häuser entsteht eine weiche Landschaft, in der sich Bewegungsströme verteilen und frei entfalten können. Auf dem Sockelbau befinden sich ruhige Aufenthaltsorte zum Beobachten, Lesen, Spielen, für Yoga und Workout. Auf den Dächern haben wir Pflanzflächen angehoben, sodass dort nicht nur Rasen, sondern auch höhere Pflanzen wachsen können. Es ist noch kein Wald wie unten – aber bereits ein kleiner Hain.