Auf dem Gelände eines ehemaligen Maschinenbauwerks, entlang des malerischen Flusses, bildet sich ein neues Herz des renommierten Bezirks von Moskau — eine 73 Hektar große städtische Umgebung für 20.000 Einwohner. Dieses groß angelegte Projekt wird auf Initiative der Regierung von Moskau und des Entwicklungsunternehmens umgesetzt und soll eine neue Entwicklungsrichtung für das städtische Umfeld der Hauptstadt vorgeben.
Die vom Bürgermeister Sergej Sobjanin und dem Chefarchitekten von Moskau, Sergej Kusnezow, gestellte Aufgabe ist ambitioniert: einen Pilot-Mikrobezirk mit fortschrittlichen Gestaltungsstandards zu schaffen, der zum Prototyp für das Programm „Meine Straße 2.0“ werden soll. Das Hauptprinzip ist eine "Stadt zum Leben", die sich nicht an einen abstrakten Bewohner einer Metropole richtet, sondern an eine reale Person: einen Fußgänger, Radfahrer, Passagier mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einen Gast, der die U-Bahn verlässt. Es war wichtig, zuerst die Verschönerung zu sehen, zu verstehen, wie der Komfort der Bürger in die neue Umgebung integriert wird, und erst dann mit der Architektur der Gebäude des Bezirks zu beginnen. Jede Entscheidung in der Landschaftsgestaltung wurde speziell aus der Augenhöhe betrachtet — und nicht aus der Vogelperspektive.
Zum ersten Mal in der Praxis der großen Stadtplanung hat die Architektur von Gebäuden der Verbesserung Priorität eingeräumt. Die führenden Architekturbüros erwarteten die Fertigstellung des Landschaftskonzeptes, um ihre Objekte in die bereits bestehende Umgebung zu integrieren. Dadurch konnte von Beginn an ein einheitliches Reglement (Designcode) etabliert werden, der Wohnkomplexe, Büros, Schulen, den Sportkomplex "Roter Oktober", Uferpromenaden, Boulevards, Transitstraßen und die Zugänge zur Metro harmonisch miteinander verbindet.
Die zentrale Idee ist ein nahtloser, einteiliger Raum, in dem es keine scharfen Grenzen zwischen Park und Straße gibt. An die Stelle des üblichen Asphalts und der "kalten" grauen städtischen Palette kam eine warme, gemütliche Umgebung mit großformatigen beige Fliesen, abgerundeten Formen, Kleine Architekturelemente mit Messingakzenten und furnierten Holzelementen. Radwege, Überdachungen mit grünen Dächern, Kunstwerke und -Objekte, und sogar ein Baummuseum unterliegen den Prinzipien der Funktionalität, der logistischen Konnektivität und dem Stil des Autors der Skandinavischen Gärten® mit ihrer Geometrie, Reinheit und Charakterisierung.
Das Grünvolumen wurde von 10 % auf 30 % erhöht. Dies erforderte eine komplizierte Abstimmung mit den Spezialisten der städtischen Netze, um die Straßen von den technischen Netzen für die Bäume zu befreien. Die meisten sind angehoben und mit Metallbändern geschützt.
Das Herz des Viertels ist ein Kaskadenpark, der verschiedene multifunktionale Zonen miteinander verbindet. Hier wurde ein System begrünter Mulden (Bioswales) zur Sammlung und Reinigung von Regenwasser implementiert, und Themenhaine werden zu einer Plattform für Exkursionen und die Einführung von Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung.
"Meine Straße 2.0" ist eine Neudefinition des Ansatzes zur Schaffung einer städtischen Umgebung. Das Projekt zeigt, wie man nicht nach bestehenden Gegebenheiten entwerfen kann, sondern neue Standards der Freiraumgestaltung schafft – Maßstäbe, die zur Grundlage für die Städte von morgen werden.