Manchmal lässt uns ein Kunstwerk gleichgültig: Farbe, Form und eine originelle Idee sind vorhanden, aber es fehlt die Emotion. Aus Gleichgültigkeit entstehen keine Beziehungen. Deshalb fragen wir uns bei der Gestaltung von Gärten in Wohnanlagen, wie wir neue Eindrücke und Begegnungen ermöglichen können.
Die Wohnanlage besteht aus zwei Türmen mit klarer Geometrie und moderner Formensprache. Der geschlossene Innenhof, ursprünglich rein funktional mit Rasen und einzelnen Bäumen, wurde zu einer Wiesenlandschaft. Charakterprägend für unsere urbane Wiese sind nordische Steine und Findlinge aus Karelien. Der Garten bleibt auch bei bewölktem Wetter und in Zeiten ohne üppige Blüte interessant. Jeder Bereich wirkt einladend, weil wir auch kleine Zonen und Kompositionen sorgfältig ausgearbeitet haben.
Eine besondere Herausforderung war der geringe Bodenaufbau: Der Innenhof ist faktisch das Dach einer Tiefgarage. Deshalb ergänzten wir eine 20 Zentimeter starke Schicht fruchtbaren Bodens und machten die Linienführung weicher. Eine Landschaft mit bewegter Topografie, Hügeln, geschwungenen Wegen, großen Bäumen und hohen Gräsern wirkt nun deutlich natürlicher.
Die skandinavische Landschaft schafft einen Wechsel von Perspektiven, Ausblicken, Stimmungen und Empfindungen. In dieser Umgebung fühlen sich Menschen entspannter und nachdenklicher, verlieren das Gefühl von Eile und genießen es, einfach in den Innenhof zu gehen und dort Zeit zu verbringen.
Außerdem setzten wir eine für Wohnanlagen ungewöhnliche bodennahe Beleuchtung ein, die das Erscheinungsbild deutlich aufwertet. Durch die Anlage und Gestaltung haben sich nicht nur die Qualität des Wohnumfelds, sondern auch der Immobilienwert erhöht. Gleichzeitig bedeutet das technisch durchdachte, pflegearme Konzept weder eine zusätzliche Belastung für den Projektentwickler noch höhere Unterhaltungskosten für die Bewohner.