Ein Garten für die ganze Familie, voller bedeutungsvoller Details. Hier verschmelzen die Interessen und der Beruf des Eigentümers mit der Natur und schaffen ein sinnlich erfahrbares Gesamterlebnis.
Der Skandinavische Garten® nimmt Bezug auf den Beruf seines Eigentümers – eines Top-Managers bei der führenden Eisenbahngesellschaft Russlands. Dem Konzept liegt die Metapher der Bewegung zugrunde, wie sie Zugreisen begleitet und sich durch das gesamte Projekt zieht. So wird der Garten zu einem Raum mit Geschichte, Symbolen und Bedeutungen.
Der Garten liegt in einer ruhigen Siedlung im Gebiet Moskau und umfasst etwas mehr als 1 ha. Der Auftraggeber wird dort nicht allein, sondern mit seiner großen Familie leben. Er wünschte sich einen Ort, an dem sich alle Familienmitglieder wohlfühlen und zugleich jeder einen Rückzugsort inmitten wilder Natur finden kann. So verband sich mit dem Leitmotiv des Weges auch die Idee von Ruhe und Gelassenheit – eine Idee, die auf den ersten Blick im Kontrast zur Bewegung steht, in Wirklichkeit aber ein Gleichgewicht schafft, ein Yin und Yang.
Das Haus, beeindruckend in seiner Größe, ist harmonisch in die Natur eingebettet. Der Garten tritt dem Gebäude nicht entgegen, sondern umarmt es, mildert seine Wirkung und macht es zu einem Teil der lebendigen Landschaft. Der Weg durch den Garten führt durch unterschiedliche Gartenbereiche mit jeweils eigenem Charakter, Licht und eigener Stimmung. Vom repräsentativen Eingangsbereich in strengem, reduziertem Stil bis zum sonnigen Obstgarten und dem noir anmutenden Laubwald verlangsamt sich der Mensch beim Gehen, hält inne, schaut, entdeckt und spürt. Wir durchbrechen bewusst die Linearität des Grundstücks, indem wir Beläge, Bepflanzung, Beleuchtung und Materialien wechseln. So wirkt der Weg nicht wie ein endloser Korridor, sondern entfaltet sich als Folge unerwarteter Landschaftsbilder.
Die zentrale Kompositionsachse des Gartens – visuell wie inhaltlich – verläuft vom Hauseingang durch das verglaste Atrium und die Treppe direkt zu einem langgestreckten, 20 Meter langen Wasserbecken. Das Wasser antwortet auf die Architektur der Terrasse, reflektiert den Wald und verdoppelt so optisch den Raum.
Die visuelle Dominante des Gartens ist eine Komposition aus drei Meter hohen Skulpturen im Wasser – ein laufender, ein gehender und ein stehender Mensch. Sie sind eine Metapher für unterschiedliche Geschwindigkeiten des Lebens, für Bewegung und Entschleunigung.
Das Leitmaterial des Projekts ist Metall – ein Verweis auf die Welt der Eisenbahn: echte Schienen, Gitterroste, Messingdetails und ein Bogen im Wald mit dem ironischen Schild „Ausgang“ („Exit“), als wäre es direkt von einem Bahnsteig übernommen worden. Diese Elemente verleihen dem Garten einen modernen, leicht rauen Charakter – jedoch ohne Härte, sondern mit zurückhaltender Kraft und Respekt vor dem Beruf seines Eigentümers.