„Ich möchte in einer Welt leben, die meine Kinder sich wünschen“ – mit diesem Satz startete das Projekt des Skandinavischen Gartens „LEVEL UP“. Jedes Detail hier entstand im Zusammenspiel mit den Träumen, Wünschen und der Sichtweise der Kinder.
Die Familie erwarb ein Grundstück mit Haus, alten Bäumen und einem anspruchsvollen Gelände – mit Höhenunterschieden von bis zu 10 Metern und einem Zugang zu einem Stausee. Die Aufgabe von L.BÜRO: den Raum für den Alltag völlig neu zu denken. Wir haben Zeit mit den Kindern verbracht, indem wir ihre „Lebensszenarien“ gespielt haben, um zu verstehen, wie sie ihren idealen Garten sehen. Anschließend haben wir diese Vorstellungen mit den Wünschen des Auftraggebers zusammengeführt. So entstand die Idee des Gartens „Die Welt der Erwachsenen, wie Kinder sie sehen“.
Inspiriert wurden wir von der Herangehensweise des niederländischen Landschaftsarchitekten Andrew van Egmond, der fast ausschließlich mit alten Grundstücken arbeitet, die von neuen Besitzern erworben wurden. Er bewahrt das Beste des Ortes, schützt die Natur und formt behutsam eine neue Umgebung. Wir haben uns an dasselbe Prinzip gehalten. Die großen, alten Steine, die unbedingt bewahrt werden mussten, wurden nach künstlerischer Bearbeitung zu Installationen. Das Gründach des Pavillons machte den Kindheitstraum vom „fliegenden Wald“ wahr.
In dem Wissen, dass die alten Bäume mit der Zeit verschwinden würden, setzten wir unsere Methode der „schrittweisen Verjüngung“ ein: Junge Bäume gepflanzt neben die alten — damit sie nachwachsen und das Gefühl eines alten Waldes erhalten.
Die sanften Hügel des Grundstücks bestimmten, wo die Wege entstehen – und wurden so zu einem eigenständigen Gestaltungselement des Gartens. Die Wege folgen sanft den natürlichen Kurven der Hänge — und der Abstieg zum Wasser ist selbst mit einem Kinderwagen bequem. Wir haben das Gelände behutsam rekonstruiert, damit der Geist des Waldes auf dem Grundstück auch noch Jahrzehnte später unverändert bleibt. Wir haben die Funktionsbereiche organisch mit sauberen, prägnanten Linien in die Leinwand der Landschaft des Geländes eingewebt.
Ein wichtiges Element der Erwachsenenwelt – aus Kindersicht – war das "schwebende Häuschen“. Es liegt auf einem steilen Hang über dem Wasser, abseits der Hauptwege. Dort kann man angeln oder eine Wanderung mit Übernachtung machen. Die alte Laube entschieden wir in neuem Material zu restaurieren: Das Grundgerüst wurde aus einem Metallrahmen gefertigt, die rahmenlosen Wände aus Glas. Das Dach bedeckten wir mit einem Teppich aus Grünpflanzen, der sich rankend über die gläsernen Wände legt. Was schlicht aussieht, ist in Wirklichkeit ein komplexes Ingenieurskonzept, das die Decke isoliert.
Eine der unerwarteten Lösungen ist ein Ziergarten an einem steilen Hang mit automatischer Bewässerung. Er erstreckt sich entlang der Rampen aus Corten-Stahl — beim Abstieg zum Wasser kann man mühelos reife Beeren pflücken oder frisches Grün für den Tisch ernten. Die Kanten wirken in ihrer Schärfe nur illusorisch — ihre abgerundete Form fügt der zarten menschlichen Haut keinen Schaden zu.
Die Pflanzenschicht bildet ein Waldkronendach: Immergrün, Frauenmantel, Pachysandra, Farne. Alles ist so ausgewählt, dass der natürliche Code des Ortes respektiert wird. Auf dem Dach des Pavillons haben wir fünf Pflanzenarten getestet. Gewonnen hat die hängende Gundelrebe — sie bedeckt das gesamte Dach, ist nach unten „geklettert“ und hat lebendige Vorhänge gebildet, die die Laube zum Lieblingsort der Familie gemacht haben.
Hier unterwirft sich alles der kindlichen Fantasie, die wir in die Welt der Erwachsenen übertragen haben: Über dem Gelände schwebt ein beheizbares Spielhaus, im Wald versteckt sich eine großzügige Schaukel, und eine Laube mit verschiebbaren Glaswänden und einem Gründach verwischt die Grenze zwischen Innenraum und Garten.