Dieser Garten will Sie nicht belehren. Er lässt Sie ganz Sie selbst sein und Ihren eigenen Weg gehen: Beeren sammeln, auf der Wiese sonnenbaden, Badminton spielen oder karelische Findlinge betrachten.
Im Englischen gibt es den Ausdruck „overdressed“ – übertrieben herausgeputzt und unpassend für Ort und Situation. Nicht wenige Gärten werden durch die besten Absichten ihrer Eigentümer regelrecht „überkleidet“. WALD ½ gehört ganz sicher nicht dazu. Das Grundstück ist ungewöhnlich: zwei Häuser, hohe Kiefern – und zwei unterschiedliche Waldwelten.
Um gestalterisch mit der wertvollen Waldfläche zu arbeiten, teilten wir das Grundstück in zwei Bereiche. Einen ließen wir unberührt, mit Moos, Heidel- und Preiselbeeren. Den anderen lichteten wir aus und schufen Inseln – Waldwiesen und eine Rasenfläche mit Mikroklee. Dazwischen kann man spazieren, über den eigenen inneren Zustand nachdenken und den eigenen Gefühlen nachspüren; Kinder können frei herumrennen und Beeren sammeln.
Die Bäume dieses Gartens zeigen ihre eigene Persönlichkeit und brauchen keinen Schmuck. Halbschattenpflanzen im Unterwuchs verleihen dem Wald etwas Märchenhaftes. Gerade diese Zurückhaltung hilft, der Hektik zu entkommen und ein reduziertes, zugleich faszinierendes Gesamtbild zu schaffen.
Die Geometrie der großen Rasenfläche bestimmten die Auftraggeber selbst: Ihre Abmessungen entsprechen einem professionellen Badmintonfeld. In diesem sonnigen Bereich fühlen sich nach dem Match auch die Liegestühle für die Gewinner bestens aufgehoben. Anschließend können sich die Spieler in ihre jeweiligen Häuser zurückziehen, die durch einen zentralen Hügel mit karelischen Findlingen, Gräsern und Kiefern voneinander abgeschirmt sind.